Die Ursprünge von Cannabis
Hanf oder Cannabis ist eine Pflanze, die seit Jahrtausenden mit der Menschheit verbunden ist. Diese Pflanze ist in vielen Kulturen rund um den Globus vertreten. Cannabis stammt aus dem Lateinischen und wird als Bezeichnung für das psychotrope Produkt verwendet, obwohl es die wörtliche Übersetzung des französischen Wortes Chanvre (Hanf) ist. Aus diesem Grund wird auch heute noch verwechselt, aber es handelt sich in jedem Fall um dieselbe Pflanze. Der Unterschied liegt im Wesentlichen in der landwirtschaftlichen Verwendung der Pflanze. So wird Hanf der Sorte Sativa L in der modernen Landwirtschaft verwendet.
Die verschiedenen Cannabis-Sorten
Bei Cannabis werden mehrere Hanfsorten anhand ihrer geografischen Herkunft unterschieden, die jeweils spezifische Eigenschaften aufweisen. Studien zufolge gibt es vier Sorten, doch darüber wird noch diskutiert. Wir konzentrieren uns hier auf die wichtigsten und bekanntesten Sorten, nämlich:
Cannabis Indica-Sorte:
Diese Cannabisart verdankt ihren Namen ihrer indischen Herkunft. Die Pflanze ist bekannt für ihren hohen Harzgehalt und ihre vielfältigen medizinischen Eigenschaften. Sie wächst in tropischen Gebieten, wo sie sich prächtig entwickelt. Ihre Wirkung ist in der Regel sehr ausgeprägt, da ihre Blüten einen hohen Cannabinoidgehalt aufweisen. Sie sorgt für ein starkes zerebrales High. Es sei daran erinnert, dass CBD-Produkte aus dieser Sorte aufgrund ihres nahezu null THC-Gehalts nicht psychotrop sind.
Cannabis-Sorte Sativa:
Sativa stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „kultiviert“. Dieser Phänotyp ist bekannt für seine Anpassungsfähigkeit an landwirtschaftliche Böden und seinen geringen THC-Gehalt im Cannabis. Daher ist sein Anbau in Frankreich und anderswo erlaubt. Cannabis Sativa L ist eine Art, die sehr hohe Stängel und eine hohe Samenproduktion aufweist. Sie wird wegen ihrer sehr flexiblen und widerstandsfähigen Fasern angebaut, die beispielsweise zur Herstellung von Kleidung und Seilen verwendet werden, sowie wegen ihrer Samen, die außergewöhnliche Nährwerte für Menschen und Tiere aufweisen.
Allerdings findet man diese beiden Phänotypen oft in mehreren Kreuzungen wieder. Tatsächlich mischen Züchter diese beiden Sorten, um neue Cannabissorten zu schaffen und so bestimmte Eigenschaften zu verstärken, um die gewünschten Produkte zu erhalten. Einige Kreuzungen führen beispielsweise zu fruchtigeren Blüten. Andere verstärken die zerebralen oder physischen Effekte. All diese genetische Arbeit hat dazu geführt, dass es heute eine unvorstellbare Anzahl von Sorten mit zahlreichen Unterarten auf dem Markt gibt.
Hanf und Cannabis in der Geschichte
Spuren der Nutzung und „Domestizierung” von Hanf und Cannabis finden sich seit der Jungsteinzeit. Diese Pflanze begleitet den Menschen seit jeher, und das ist kein Zufall. Sie wird als Rohstoff für vielfältige Zwecke und wegen ihrer medizinischen Eigenschaften verwendet. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Cannabis in mehr als 50 % der traditionellen Arzneimittel enthalten, die von den Franzosen verwendet wurden. Die Einstufung als Betäubungsmittel setzte seiner medizinischen Verwendung ein Ende, zugunsten anderer Moleküle, die in der Regel aus Opiaten gewonnen wurden. Als kleine Anekdote sei erwähnt, dass die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika ebenso wie die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte auf Hanfpapier unterzeichnet wurde. Das Gleiche gilt für die erste Bibel, die 1452 von Gutenberg auf Hanfpapier gedruckt wurde. Eine kleine Anspielung auf die Geschichte...
Die Verwendung von Hanf und Cannabis
Wenn Hanf und Cannabis im Leben unserer nahen oder fernen Vorfahren so präsent waren, dann aus gutem Grund, sogar aus mehreren Gründen. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, da es sich um ein sehr hochwertiges Material mit einer Reihe spezifischer Eigenschaften handelt, die sich zu jeder Zeit an die Bedürfnisse des Menschen anpassten. So findet man Hanf in Schiffstauen, was Marseille den Namen „La Canebière” (die Hanfstraße) einbrachte, da es sich um eine Hanffabrik handelte. Man kleidet sich auch mit Hanf, da die Fasern der Pflanze extrem lang und robust sind. Man stellt daraus Papier, Schall- und Akustikdämmung, Karosserien, Tierstreu, Kunststoffersatz usw. her. Natürlich wurde Hanf auch wegen seiner proteinreichen Samen und seines Öls konsumiert, das die einzigartige Eigenschaft hat, ein perfektes Gleichgewicht zwischen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aufzuweisen. Das ist für ein Öl pflanzlichen Ursprungs sehr selten. Es handelt sich also um ein Produkt, dessen Eigenschaften beispielsweise denen von Olivenöl überlegen sind.
Wie oben erwähnt, werden dieser Pflanze zahlreiche positive Wirkungen und medizinische Eigenschaften zugeschrieben. In vielen Kulturen spielt Cannabis eine wichtige Rolle bei Heilbehandlungen und Initiationsriten. Es wird hauptsächlich als natürliches Schmerzmittel verwendet. Seit der Antike bis heute wird es in vielen Gesellschaften zu Freizeitzwecken konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten, in denen der Konsum von Cannabis legal ist, verwenden viele Menschen mit bestimmten Erkrankungen es zu Heilzwecken oder zur Schmerzlinderung.
Cannabis in Frankreich
Und wie sieht es derzeit in Frankreich aus? Die Behörden unseres Landes beginnen, die Gesetzgebung zu Cannabis zu ändern. Vor kurzem hat die Regierung grünes Licht für einen Versuch mit medizinischem Cannabis an mehr als 3000 Patienten gegeben, mit der Aussicht auf einen möglichen Anbau in unserem Land. CBD findet auch viele Anhänger, die es täglich verwenden. Die Mentalitäten zu diesem Thema ändern sich, und darüber kann man sich nur freuen.
Hanf ist vielversprechend und könnte der Landwirtschaft bei einem grünen Wandel ohne Pestizide sehr helfen. Er benötigt weder Dünger noch Chemikalien und praktisch keine Bewässerung. Er könnte in unserer modernen Gesellschaft zum Material der Zukunft werden. Er ist beispielsweise eine sehr effektive Alternative zu Kunststoff, da er vollständig biologisch abbaubar ist und gleichzeitig ähnliche Eigenschaften aufweist. Die Menschheit wird Hanf viel länger genutzt haben, als sie ihn verboten hat – ein Denkanstoß...