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Rom, die Toskana, Sizilien oder die Seen im Norden: Italien lässt das ganze Jahr über Träume wahr werden. Was CBD angeht, ist es derzeit jedoch zweifellos das heikelste Reiseziel in Europa. Seit mehreren Jahren gibt es im Land immer wieder rechtliche Kehrtwenden in Bezug auf Hanf zu Wellnesszwecken, und die Lage ist auch heute noch alles andere als stabil. Bevor du deine Koffer packst, solltest du dich genau über den aktuellen Stand der italienischen Gesetzgebung informieren, um böse Überraschungen vor Ort zu vermeiden.
Warum Italien in Europa einen Sonderfall darstellt
Im Gegensatz zu Spanien oder Portugal, wo CBD in einer mehr oder weniger toleranten Grauzone existiert, hat Italien seit 2022 den umgekehrten Weg eingeschlagen: eine schrittweise Verschärfung, geprägt von aufeinanderfolgenden Verordnungen, gerichtlichen Aussetzungen und schließlich neuen Verbotsversuchen. Der Wendepunkt liegt im April 2025, als ein „Sicherheitsdekret“ verabschiedet wurde, das Hanfblüten, -blätter, -öle und - Hasch en unabhängig von ihrem THC-Gehalt als Betäubungsmittel einstuft – eine in der Europäischen Union beispiellose Maßnahme, da sie sogar für Produkte gilt, die die europäischen gesetzlichen Grenzwerte vollständig einhalten.
Angesichts der Mobilisierung der Branche haben mehrere Gerichte die Anwendung dieses Gesetzes im Laufe der Monate ausgesetzt. Der italienische Staatsrat hat den Fall selbst an den Gerichtshof der Europäischen Union weitergeleitet, da er der Ansicht ist, dass das Dekret gegen europäisches Recht verstoßen könnte. Eine entscheidende Anhörung ist zudem im Herbst 2026 vor dem italienischen Verfassungsgericht vorgesehen. Die Situation bleibt also weiterhin im Fluss und kann sich von Monat zu Monat ändern.
Was das Gesetz heute besagt – zusammengefasst
Nach dem derzeitigen Stand lässt sich Folgendes festhalten: Das im Sicherheitsdekret vorgesehene vollständige Verbot von Hanfblüten wurde von den Gerichten ausgesetzt, was bedeutet, dass die Branche bis zu einer endgültigen Entscheidung insgesamt weiter funktioniert. Diese Aussetzung ist jedoch kein sicherer Sieg: Einige Gemeinden haben dennoch versucht, im Namen der öffentlichen Ordnung Ladenschließungen durchzusetzen, bevor auch sie von den Verwaltungsgerichten zurückgewiesen wurden. Der zulässige THC-Grenzwert für Hanf bleibt bei 0,2 % festgelegt, wobei für Landwirte, die die europäischen Anbauregeln einhalten, eine administrative Toleranz von bis zu 0,6 % gilt.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Seit 2023 wird oral einzunehmendes CBD (Öle, Tropfen) in Italien als Arzneimittel eingestuft, was bedeutet, dass es grundsätzlich nur auf Rezept erhältlich ist. CBD-E-Liquids hingegen sind weiterhin frei verkäuflich, da sie weder als Lebensmittel noch als Tabakwaren gelten.
Ganz konkret: Was kannst du als Tourist unternehmen?
Angesichts der Unsicherheit des rechtlichen Rahmens ist weitaus mehr Vorsicht geboten, als dies in Spanien oder Portugal erforderlich wäre. CBD-Blüten sollten gänzlich vermieden werden: Auch wenn ihr Verkauf dank gerichtlicher Aussetzungsbeschlüsse vorerst noch geduldet wird, sind sie nach wie vor das Produkt, das am stärksten von einer plötzlichen Änderung der Vorschriften bedroht ist und sich im Falle einer Kontrolle am schwersten rechtfertigen lässt. Ölezum Einnehmen sind theoretisch dem medizinischen Gebrauch vorbehalten und unterliegen einer Verschreibungspflicht, was sie für den klassischen touristischen Gebrauch wenig geeignet macht. Die sichersten Produkte sind nach wie vor Kosmetika zur äußerlichen Anwendung (Cremes, Balsame) und E-Liquids, die den meisten dieser Grauzonen entgehen.
Wenn du CBD mitführst, das du unter Europa gekauft hast, solltest du bedenken, dass ein Produkt, das in deinem Heimatland völlig legal ist, nach dem Überqueren der italienischen Grenze nicht automatisch denselben rechtlichen Status hat. Die Vorschriften sind zwischen den beiden Ländern nicht identisch, und was im Fachgeschäft unter Europa toleriert wird, kann auf italienischer Seite je nach Zeitpunkt beanstandet werden.
Städte ändern zwar nicht das Gesetz, beeinflussen aber den Alltag
Im Gegensatz zu Spanien, wo die Toleranz von Region zu Region deutlich variiert, hängt die Situation in Italien vor allem vom lokalen politischen und rechtlichen Kontext ab und weniger von einem bloßen Mentalitätsunterschied zwischen den Regionen. Einige Gemeinden, insbesondere solche unter konservativer Führung, haben in den letzten Monaten vermehrt Schließungsverfügungen gegen Hanfgeschäfte erlassen, wurden jedoch anschließend von den Gerichten widerlegt. In großen Touristenstädten wie Rom, Mailand oder Florenz ist das Angebot weiterhin vorhanden, doch das allgemeine Klima erfordert eine deutlich größere Diskretion als anderswo in Europa.
Der unverzichtbare Reflex vor der Abreise
Angesichts der häufigen Änderungen gilt vor allem ein Ratschlag: Informiere dich kurz vor deiner Abreise über die aktuelle Rechtslage in Italien und greife dabei auf eine zuverlässige und aktuelle Quelle zurück, anstatt dich auf einen Artikel zu verlassen, der möglicherweise schon mehrere Monate alt ist. Was vor einem Semester noch galt, trifft zum Zeitpunkt des Kofferpackens möglicherweise nicht mehr zu. Sollten weiterhin Zweifel bestehen, ist es am einfachsten, nichts mitzunehmen und dich vor Ort auf Kosmetika zur äußerlichen Anwendung zu beschränken, die du in einem ordnungsgemäß registrierten Geschäft gekauft hast.
Mit dem Flugzeug nach Italien reisen
Die Sicherheitsschleusen erkennen CBD nicht als Molekül, aber ein auffälliger Geruch oder eine ungewöhnliche Beschaffenheit kann eine eingehendere Kontrolle auslösen, insbesondere bei allem, was wie getrocknete Blüten aussieht. Angesichts der Situation in Italien ist es ratsam, nichts mitzunehmen, was mit klassischem Cannabis verwechselt werden könnte. Wenn du dennoch ein vorschriftsmäßiges Produkt mitführst, bewahre es in der Originalverpackung auf, halte deinen Kaufbeleg griffbereit und wähle vorzugsweise Verpackungsformen, die eindeutig als Kosmetika erkennbar sind.
Was Sie vor der Abreise beachten sollten
Italien bleibt vorerst ein Reiseziel, bei dem Vorsicht Vorrang vor dem Wunsch haben sollte, die lokale CBD-Szene auszuprobieren. Das Gesetz selbst erkennt CBD auf europäischer Ebene als nicht betäubungsmittelwirksam an, doch das Land wendet weitaus strengere nationale Vorschriften an, die derzeit von den Gerichten ausgesetzt sind, ohne jedoch endgültig aufgehoben zu sein. In der Praxis gilt: Greife vorzugsweise zu Kosmetika und E-Liquids, lass die Blüten links liegen, vermeide jeden sichtbaren Konsum in der Öffentlichkeit und informiere dich kurz vor deiner Abreise über die aktuelle Rechtslage. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen kannst du das Kolosseum, die sizilianischen Strände oder die Dolomiten genießen, ohne unnötige Risiken einzugehen.
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